Die Gemeinde Altenberge liegt ca. 17 km nordwestlich der Universitätsstadt Münster im Kreis Steinfurt inmitten der Münsterländischen Parklandschaft. Die Gemeinde liegt auf dem Altenberger Höhenrücken und ist die am höchsten gelegene Gemeinde des Altkreises Burgsteinfurt (BF). Der höchste Punkt liegt nahe der Krüsellinde etwa 800 m südöstlich der Kirche von Altenberge (110 m ü. NN), der tiefste am Zusammenfluss des Landwehrbaches mit der Steinfurter Aa knapp 4 km westlich des Zentrums des Ortes (68 m ü. NN). Altenberge grenzt (im Uhrzeigersinn, beginnend im Osten) an Greven (Kreis Steinfurt), Münster (kreisfrei), Havixbeck (Kreis Coesfeld), Billerbeck (Kreis Coesfeld), Laer (Kreis Steinfurt), Steinfurt (Kreis Steinfurt) sowie Nordwalde (Kreis Steinfurt). Die Gemeinde Altenberge besteht aus dem Ort Altenberge und sechs Bauerschaften.
Erstmalig urkundlich erwähnt wurde die Pfarrei Altenberge im Jahre 1181, der Ort ist aber wohl weit vorher gegründet worden. Wahrscheinlich liegt der Zeitpunkt der Gründung zur Zeit des ersten Bischofs von Münster, Liudger (742-809). Karl der Große hatte diesem 792 die Missionierung im westlichen Sachsen übertragen. Liudger baute das spätere Bistum Münster auf; in dieser Zeit ist es zu zahlreichen Gründungen von Pfarreien und dem Bau von Kirchen, u. a. auch in Altenberge gekommen. Der Ort war ursprünglich Bestandteil der Freigrafschaft der Stadt Münster im Dreingau und unterstand im 12. Jahrhundert der Verwaltung der Ritter von Altenberge. Von den Zerstörungen im 2. Weltkrieg blieb Altenberge weitestgehend verschont.
Die CDU hält genau die Hälfte der möglichen Sitze, hat aber gemeinsam mit der Stimme des Bürgermeisters Jochen Paus (CDU; im Amt bestätigt mit 79,3% d. Stimmen) die Mehrheit im Gemeinderat (14 : 13) gegenüber den anderen Fraktionen. Damit hält die CDU seit den ersten freien Wahlen in Altenberge die Mehrheit der Stimmen im Gemeinderat. Die CDU ist größte Partei vor Ort, gefolgt von der SPD, den Grünen, der UWG und der FDP. Letztere zieht neu gegründet in den Gemeinderat ein. Rechts- oder linksradikale Parteien spielen in Altenberge keine Rolle, bei den vergangenen Wahlen auf Bundes-, Kommunal- oder Landesebene gab es für beide Seiten nur jeweils einstellige Stimmenzahlen.
Die Gemeinde Altenberge zählt zu den finanzstärksten Kommunen in NRW, da das Gewerbesteuereinkommen sehr hoch ist. Dennoch ist sie eine überwiegend ländlich geprägte Gemeinde.
Größter Arbeitgeber ist die Firma Schmitz Cargobull AG mit über 4.000 Beschäftigten. Aber auch einige andere bedeutende Firmen haben sich angesiedelt. Die Agrartechnik Altenberge, welche an der Kümperstiege zu finden ist, ist einer der führenden Technikanbieter des CNH Global-Konzerns in Deutschland geworden.
Europaweit tätig ist auch die Wessling-Gruppe. Im Januar 1983 legt Inhaber Dr. Erwin Weßling mit dem ersten Laboratorium den Grundstein für die heutige Firmengruppe in einer historischen Windmühle aus dem 18. Jahrhundert. Heute arbeiten 850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 30 Standorten in Europa. Die Zentrale befindet sich im Altenberger Gewerbegebiet Ost. Das unabhängige Familienunternehmen Wessling gehört zu den Marktführern von Labor- und ingenieurtechnischen Dienstleistungen.
Jüke Systemtechnik ist ein moderner Dienstleister im Bereich der Feinmechanik und Elektronik. Sie erhielt 2007 beim Innovationspreis Münsterland in der Kategorie „Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft“ den ersten Preis. Gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut aus Dresden gelang es, einen neuartigen keramischen Detektor für die Gas-Chromatographie zu entwickeln.
Die perbit Software GmbH ist Spezialist für Human-Resources-Management-Systeme. Das Unternehmen wurde 1983 gegründet und gehört zu den marktführenden Anbietern im Mittelstand. Etwa 50 Mitarbeiter sind bei perbit an den Standorten Altenberge und Trossingen beschäftigt. Für seine familienfreundliche Unternehmenskultur hat perbit das Zertifikat zum audit berufundfamilie der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung erhalten.
Geschichtliche Entwicklung
Über den Ursprung und die Gründung von Altenberge sind weder in schriftlicher, noch in sonstiger Weise überlieferte Nachrichten vorhanden. Zur Zeit Karls des Großen (768– 814) gehörte Altenberge zum so genannten Dreimgau, in dem die Freigrafschaft der Stadt Münster lag und zu der Altenberge als eines der 15 zugehörigen Kirchspiele zählte. Als Pfarrei wird Altenberge erstmalig im Jahre 1181 erwähnt. Es ist vermutlich aber bedeutend älter, da schon 1050 die Tochterpfarrei Nienberge bestand. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist anzunehmen, dass Altenberge zu den vom hl. Ludgerus (744 – 809), dem ersten Bischof von Münster, gegründeten 38 Pfarreien gehörte und dass wohl von ihm oder seinem nächsten Nachfolger eine Taufkirche auf der Altenberger Höhe errichtet worden ist. Das Waltruper Feld bei Altenberge wird schon um 800 in einer Heberolle erwähnt. In den Jahren 1142– 1294 verwalteten die Ritter von Altenberge die bischöfliche Kurie (Gerichtshof) zu Oldenberge, auf deren Grund Kirche und Hof standen.
Die Dorfgemeinde ist wohl dadurch entstanden, dass sich aus den Bauernständen heraus Bäcker, Schmiede u. a. Berufsgruppen im Ortskern um die Kirche herum ansiedelten. So kam es, dass die Gemeinde im Jahre 1498 bereits 742 Schutzpflichtige zählte. Von den Unruhen, die die Wiedertäufer in Münster auslösten, blieb auch Altenberge nicht verschont. Von 1591– 1600 wurde der Ort von spanischen und niederländischen Truppen, zur Zeit des 30-jährigen Krieges 1622/23 von Braunschweiger und Mansfelder Truppen geplündert.

Doch nicht nur Kriegswirren machten den Altenbergern zu schaffen. In den Jahren von 1627– 1689 wurde das Dorf von etlichen schweren Bränden heimgesucht, die jeweils große Teile des Dorfes zerstörten. Eine Feuersbrunst äscherte, einem Schriftstück vom 24. Oktober 1671 zufolge, am Christi Himmelfahrtstag Kirchturm, Pastorat, Kaplanei, Küsterei und Armenhäuser ein. Am 29. November 1688 wurden weitere neun Häuser durch ein Feuer vernichtet. Noch verheerender wirkte sich eine Feuersbrunst im darauf folgenden Jahr aus. Ihr fielen am 9. November 1689 fast 30 Häuser im Dorf zum Opfer. Die letzten großen Brandunglücke datieren aus den Jahren 1837 und 1858.
Auch das Geschick der politischen Gemeinde war reich an Abwechslung. So gehörte die Gemeinde bis zur Säkularisierung (Verweltlichung) des Bistums zum Amt Wolbeck. Nach der Zersplitterung des Bistums kam Altenberge an den Fürsten Looz-Corswaren, der sich seitdem Fürst von Rheine-Wolbeck nannte. Schon im Jahre 1806 verlor der Fürst seinen Besitz wieder. Danach wurde Altenberge zum neu eingerichteten Großherzogtum Berg geschlagen und stand damit unter der Herrschaft von Napoleons Schwager Joachim Murat.
Ab 1811 gehörte der Ort zum Emsdepartement des französischen Kaiserreiches. Nach den Einheitskriegen ging die Gemeinde 1815 an Preußen. 1816 wurde der Regierungsbezirk Münster gebildet, zu dem Altenberge noch heute gehört.
Im Jahre 1609 wurde die erste durchgehende Postlinie geschaffen. 1695 wurde der Postwagenverkehr Münster – Altenberge – Enschede, 1836 eine Postexpedition und 1870 die Reitpost Burgsteinfurt – Münster errichtet.

In den Jahren 1820– 1830 wurden die Dorfstraßen gepflastert, die bisher in sehr schlechtem Zustand, wie überhaupt die Wegeverhältnisse in Altenberge in früherer Zeit, waren. Die einzig passierbare Landstraße war von jeher der so genannte Horstmarer Damm, der frühere Hauptverkehrsweg zwischen Münster und den Niederlanden.
Im Jahre 1838 wurde das Brandspritzenhaus errichtet, 1839 der so genannte Nachtbrunnen auf dem Kirchplatz, der aber im Jahre 1958 wieder zugeschüttet wurde. Im Brandspritzenhaus wurden die Löschgeräte untergebracht, mit Ausnahme der Brandleiter und zweier großer Feuerhaken, die unter der Orgelbühne in der Kirche hingen.
Durch die Einführung der neuen Landgemeinde-Ordnung für die Provinz Westfalen wurde am 28. Oktober 1842 die bisherige Bürgermeisterei in das „Amt Altenberge“ in seiner jetzigen Größe mit den sechs Bauerschaften Entrup, Hansell, Hohenhorst, Kümper, Waltrup und Westenfeld umgewandelt.
Von den Zerstörungen des zweiten Weltkrieges ist die Gemeinde Altenberge bis auf wenige Gebäude verschont geblieben. Nach dem Krieg wurden 1671 Ostvertriebene und Evakuierte aufgenommen. Am 31.12.1950 zählte die Gemeinde 5.232 Einwohner. Eine Zahl, die in den kommenden Jahren ständig stieg.
Umfangreiche kommunale Aufgaben wurden bewältigt. So wurde bereits 1953/54 eine zentrale Wasserversorgung geschaffen. Für Dienstleistungen wie Straßenreinigung, Winterstreudienst, Müllabfuhr und Abwasserbeseitigung wurde gesorgt. Seit 1980 ist die Gemeinde an das Erdgasversorgungsnetz angeschlossen. Im Jahre 1975 konnte eine neue Kläranlage mit einer Kapazität von 4.000 EGW in Betrieb genommen werden, die im Jahre 1988 auf 11.000 EGW erweitert wurde.
Zahlreiche Wohngebiete wurden inzwischen erschlossen. Im Westen und Osten der Gemeinde wurden umfangreiche Flächen als Gewerbegebiete ausgewiesen. Infolgedessen haben eine große Anzahl kleinerer und mittlerer Gewerbebetriebe sowie einige große und leistungsfähige Unternehmen in Altenberge ihren Sitz. Anfang der 80er Jahre begann mit der Auslagerung der Firma Schmitz-Anhänger die Sanierung des Ortskernes. Hierbei wurde ein neues Zentrum mit einem Marktplatz sowie ein neues Wohngebiet geschaffen. Abgeschlossen wurde die Sanierung 1994 mit der Errichtung einer Brunnenanlage auf dem Marktplatz.
Am Ort befinden sich zwei Grundschulen und eine Hauptschule. Beide Grundschulen verfügen über mehrere Gruppen der offenen Ganztagsschule, in einer Grundschule findet integrativer Unterricht statt. In der Ludgeri-Hauptschule wurde die Ganztagsschule, aufsteigend mit dem 5. Schuljahr, ab dem Schuljahr 2008/09 eingeführt.

Raum für Vereine und Verbände, Konzerte, Ausstellungen und sonstige kulturelle Veranstaltungen bietet das Bürgerhaus. Dieses entstand im Jahre 1989 aus einem im Jahre 1840 erbauten, denkmalgeschützten Wohn- und Geschäftsgebäude mitten im Ortskern.
Das 1914 errichtete St. Johannes Hospital beherbergt heute das Wohn- und Therapiezentrum St. Johannes. Es ist seit 2004 eine Betriebsstätte des Marienhospitals Borghorst mit 16 Tagesheimplätzen für psychotherapeutische Medizin. Ein Seniorenheim und mehrere Seniorenwohnanlagen runden das Angebot für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger ab.
Der Heimatverein hat seine Bleibe in einem alten Ackerbürgerhaus im Ortszentrum gefunden, welches jahrzehntelang als Arreststation für die Dorfpolizei genutzt wurde. Das jetzige „Heimathaus Kittken“ wird ergänzt durch einen original wieder aufgebauten alten Speicher aus der näheren Umgebung von Altenberge, welcher unter anderem das Heimatmuseum beherbergt und ein altes Backhaus, welches in unmittelbarer Nähe aufgebaut wurde.
Altenberge verfügt über ein Sportzentrum mit einer Kampfbahn C, einem Rasenplatz, einem Kunstrasenplatz, einer Kleinspielfeldanlage, einem Indoorfußballfeld, Wurf- und Weitsprunganlagen sowie einer Skateboardbahn. Eine 3-Feld-Tennishalle und zwei Tennisanlagen mit insgesamt 13 Plätzen befinden sich in unmittelbarer Nähe. Außerdem ist eine Turnhalle und eine Zweifachsporthalle mit angrenzendem Hallenbad am Ort. Des Weiteren verfügt die Gemeinde Altenberge über eine große, 2005 fertig gestellte, neue Reithalle. Seit 1979 besteht eine Partnerschaft mit der belgischen Gemeinde Gooik, gelegen ca. 25 km von Brüssel entfernt.
Die auch nach der Gebietsreform selbstständig gebliebene, aufstrebende Gemeinde Altenberge hält Infrastruktureinrichtungen für einen Versorgungsbereich bis 11.000 Einwohner vor.
Textquelle: Wikipedia/Gemeinde Altenberge
Fotos: Uwe Renners/Gemeinde
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